Ratgeber: Kleben & Dichten

Ratgeber Kleben und Dichten

    Kleben & Dichten! So geht’s - am Wohnmobil oder Wohnwagen

    Das Thema Kleben & Dichten wird dir oft begegnen, wenn du mit einem Freizeitfahrzeug unterwegs bist. Bei nahezu allen Arbeiten am Wohnmobil oder Wohnwagen, kommen Klebe- und Dichtmittel zum Einsatz. Die Beseitigung von kleinen Schäden am Wohnmobil/Wohnwagen, die Montage von Zubehör oder das Abdichten von Fenstern kannst du beispielsweise mit den passenden Mitteln ganz einfach selbst vornehmen.

    Info: Eindringende Feuchtigkeit kann ernste Schäden wie Schimmel oder ähnliches hervorrufen. Deswegen solltest du bei allen großen und kleinen Arbeiten immer mit Klebe- und Dichtmitteln arbeiten – selbst, wenn du lediglich eine Schraube eindrehst.

    Wir verschaffen dir einen Überblick über das Thema Kleben & Dichten und geben dir eine kleine Hilfestellung, wie du in verschiedenen Anwendungsfällen vorgehen kannst.

    1. Wohnwagen / Wohnmobil abdichten & kleben - Generelle Infos und Planung

    Es gibt ein breites Sortiment an verschiedenen Mitteln für jeden Anwendungsbereich am Wohnwagen bzw. Wohnmobil, egal ob innen oder außen. Marktführer in diesem Bereich sind Dekalin und Sika. Ihre bekannten Produktlinien zum Kleben und Dichten heißen Dekaseal/Dekasyl und Sikaflex.

    Bevor du mit der eigentlichen Arbeit beginnst, solltest du die nächsten Schritte planen. Dabei ist es wichtig, sich klarzumachen, welches Ziel du verfolgst:

    •   Was genau ist zu tun?
    •   Willst du eine Satanlage nachrüsten?
    •   Oder ein Wohnwagenfenster kleben?
    •   Einen Haken oder Spiegel anbringen?
    •   Willst du kleben, abdichten oder sogar beides?
    •   Soll eine Demontage möglich sein?

    Der Zweck bestimmt die Mittel. Daher solltest du immer die Herstellerangaben beachten. Dort erfährst du alles über UV-Beständigkeit, Umweltverträglichkeit, Haftkraft oder Haltbarkeit. Je nach Produkt, kann auch eine Vorbehandlung mit einem Primer erforderlich sein. Die Hersteller führen gut durchdachte Tabellen, aus denen klar hervorgeht, welches Produkt für welchen Einsatzzweck geeignet ist.

    2. Reinigen – Die Grundlage schaffen

    Eine gründliche Reinigung ist der erste Schritt und sollte nicht vernachlässigt werden. Alle Oberflächen sollten von Fett, Öl und Schmutz befreit werden, um den besten Halt zu generieren. Zeitlich sollte die Reinigung direkt vor der Klebe- oder Dichtarbeit erledigt werden, damit sich kein neuer Dreck ansammeln kann.

    Oft reicht ein Behandeln mit Druckluft oder die Reinigung mit einem trockenen Mikrofasertuch bereits aus. Bei Ölen und Fetten kannst du auf chemische Mittel wie Aceton, Silikonentferner oder Bremsenreiniger zurückgreifen. Du solltest allerdings unbedingt darauf achten, dass der Reiniger deiner Wahl für die Oberfläche geeignet ist. Wenn möglich, kannst du vorher an einer verdeckten Stelle testen. Empfindliche Flächen und Kunststoffe, sowie lackierte oder beschichtete Oberflächen sollten nicht mit aggressiven oder scheuernden Reinigern behandelt werden. Musst du die Fläche abschleifen, solltest du sie davor und danach reinigen, damit sich keine Schmutzpartikel einreiben.

    Info: Es gibt Reiniger, die sich nach der Anwendung komplett auflösen und keine Rückstände hinterlassen. In unserem Shop findest du die passenden Reiniger und Primer zur Vorbehandlung.

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    3. Kleben (& Dichten) – eine Lösung für zwei Aufgaben

    Unter Kleben versteht man die dauerhafte und kraftvolle Verbindung zwischen unterschiedlichen Werkstoffen mittels eines Klebstoffes.

    Gegenüber der mechanischen Montage mit Schrauben oder Nieten hat die Klebemontage den Vorteil, dass sie keine potentielle Undichtigkeit verursacht. Zusätzlich wird eine Materialschwächung, z.B. durch Bohren, vermieden. Durch die Klebemontage entsteht eine dichte Verbindung und eine gleichmäßige Spannungsverteilung. Beim Kleben solltest du auf spezielle Kleber zurückgreifen.

    Vor dem Kleben solltest du die Fläche immer abschleifen. Klebe immer auf dem Grundmaterial und niemals auf dem Lack, um das beste Ergebnis zu erzielen. Klebe-Dichtmassen härten aus - sie kleben und dichten gleichzeitig. Eine Demontage gestaltet sich allerdings schwierig.
    In unserem Shop findest du die passenden Klebe-Dichtmassen.

    Entdecke unserer Sortiment an Klebeprodukten

    3.1 Solarpanels verkleben:

    Leichte und dünne Solarpanels kannst du auf deinem Fahrzeugdach verkleben. Lege sie dazu so auf das Dach, wie sie am Ende platziert sein sollen. Mit Klebeband kannst du nun den genauen Umriss entlang der Panels abkleben. Nun solltest du die zu verklebenden Flächen gründlich reinigen. Sie sollten öl-, schmutz- und fettfrei sein.

    Schritt 1: Abkleben
    Schritt 2: Reinigung

    Am besten klebst du ein paar Millimeter innerhalb des Klebebandes. Ziehe den Kleber rundherum. Achte darauf, dass du nicht absetzt, so ist eine bessere Haftleistung gewährleistet. Außerdem kann so keine Feuchtigkeit unter das Panel gelangen.

    Info: Zur Sicherheit kannst du eine zweite Klebstoffnaht unter der ersten ziehen und innerhalb der Fläche weiteren Kleber punktuell setzen.

    Positioniere nun das Panel genau auf dem Kleber. Drücke es von Hand überall fest. Wenn der Kleber an den Seiten gleichmäßig herausquillt ist das genau richtig so – dann kommt später kein Wasser durch.

    Schritt 3: Kleben
    Schritt 4: Trocknen
     

    Jetzt muss alles trocknen. Die Trocknungszeit richtet sich nach dem Produkt, welches verwendet wurde. Das Solarpanel kannst du mit Pappe oder einem Tuch abdecken und vorsichtig mit Steinen oder ähnlichem beschweren. Ist der Kleber trocken, können die Gegenstände zur Beschwerung, das Klebeband und das Tuch bzw. die Pappe entfernt werden.

    In unserem Shop findest du die passenden Klebe-Dichtmassen:

    DEKAsyl MS-5, 290 ml DEKAsyl MS-5, 600 ml SIKAflex 252i, 310 ml

    4. Dichten – so wird’s gemacht

    Das Dichten verhindert das Eindringen von Staub, Flüssigkeit, Geräuschen, sowie Wärme und Kälte in Zwischenräume, Fugen oder andere Öffnungen. Nicht alle Dichtmittel sind auch Klebemittel. Dichtmittel härten nicht komplett aus, sondern bleiben elastisch. Die Dichtmasse ist vom Wohnwagen / Wohnmobil wieder gut zu entfernen.

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    4.1 Wohnmobil Dachhaube abdichten:

    Ist deine Dachhaube undicht und Wasser sammelt sich im Wohnwagen, solltest du so schnell wie möglich überprüfen, ob die Abdichtung erneuert werden muss. Hier wird eingedichtet, nicht geklebt.

    Bau die Haube vorsichtig aus. Am besten geht das zu zweit, so kann einer von innen leicht gegen die Haube drücken, während der andere sie mit einem Messer oder Spachtel von außen löst. Anschließend sollten das Dach und die Dachhaube gründlich gesäubert werden. Sie sollten sauber, fettfrei und trocken sein.

    Nun auf den Rahmen der Dachhaube eine Naht Dichtmittel (z.B. Dekaseal 8936) auftragen und die Haube in die Öffnung setzen. Das Dichtmittel quillt leicht heraus, was in diesem Fall gewünscht ist. Die Randbildung dient nämlich als zusätzliche Schutzfunktion.
    Jetzt von innen den Rahmen montieren und die Schrauben sehr vorsichtig anziehen.

    DEKAseal 8936, 310 ml DEKAseal 8936, 560 ml SIKA Lastomer 710, 310 ml

    4.2 Wohnmobil Fenster abdichten:

    Ein Fenster sollte eingedichtet und nicht eingeklebt werden. Hier gilt zu beachten, dass sich Fenster bei Hitze ausdehnen. Daher ist ein elastisches Dichtmittel einzusetzen.
    Zuerst muss der innere Rahmen abgeschraubt werden. Das Fenster kann nun gelöst werden. Vorsichtig von innen drücken. Diese Arbeit lässt sich am besten zu zweit erledigen.
    Fenster und Rahmen sollten gut gereinigt werden. Dann eine dicke Naht Dichtungsmittel (z.B. Dekaseal 8936) auftragen und das Fenster wieder einsetzen. Von innen den Rahmen anschrauben. Die Schrauben dabei nur leicht anziehen. Das überschüssige Dichtmaterial kann abgetupft werden.

    Info: Bei diesem Vorgang empfehlen wir die gleiche Produktauswahl wie in Punkt 4.1. „Dachhaube abdichten“.

    5. Typische Anwendungsfälle für Kleben oder Dichten:

    Anwendungsfall/
    Produkt
    Dachhaube einbauen oder austauschen  Seitenfenster einbauen oder austauschen Serviceklappen, Luken und Außensteckdosen Solarmodule und Satanlagen (Adapter) fixieren Profilschienen anbringen Dekorplatten innen verkleben Bleche verkleben Spülbecken oder Kochfelder einbauen
    Dekaseal 8936 Dichtmasse                  
    DEKAsyl MS-5 Kraftklebstoff                    
    SIKAflex 221i haftstarker Dichtstoff  ( ) ( ) ( )            
    Lastomer 710 Dichtmasse                    
    SIKAflex 252i Konstruktions-Klebstoff                   

    6. Reparieren – für einen sicheren Halt

    Kleine Reparaturen wie Risse oder ein Loch im Wohnwagendach kannst du mit den richtigen Hilfsmitteln einfach und schnell selbst erledigen. Genauso wie sonstige Aufbauarbeiten, Änderungen an der Inneneinrichtung oder Nachrüstungen am Fahrzeug.

    Für den Fall, dass unterwegs mal etwas beschädigt oder undicht wird, empfehlen wir dir, im Wohnwagen / Wohnmobil immer etwas Kleber und Dichtmasse sowie eine Kartuschenpistole dabei zu haben. So kannst du spontan etwas kleben oder dichten.

    Für strukturelle Reparaturen an Kunststoffteilen wie Stoßstangen oder zum Füllen von Löchern und Rissen eignet sich ideal ein 2-Komponenten-Polyurethan-Kleber (z.B. Dekapur 2k-90). Für kleine oder auch größere Reparaturen von Weich- oder Hart-PVC wie an Zeltplanen oder Markisen ist ein spezieller PVC-Kleber (z.B. Plastigum 77) bestens geeignet.

     
    Anwendungsfall/
    Produkt
    Stoßstange oder Spoiler
    reparieren 
    Löcher und
    Risse füllen
    Zeltplanen, Schlauchboote und
    Markisentücher reparieren
    Profilgummis kleben Verkleben von
    Bodenbelägen/Teppichen
    Dekaseal 8936
    Dichtmasse
             
    DEKApur 2K-90
    Kunststoff-Reparatur
             
    Plastigum 77
    PVC-Kontaktklebstoff
             

    In unserem Shop findest du passende Mittel für schnelle Reparaturen von beschädigten Teilen.

    Entdecke Sprühkleber, Tubenkleber & Klebeband

    7.Schützen – Wirkung gleich doppelt

    Der Unterboden aller Freizeitfahrzeuge ist mit einer Schutzschicht gegen Steinschläge, Salz und Feuchtigkeit versiegelt. Du kannst spezielle Schutzmittel, wie z.B. Dekaphon 9735 (spritzbarer Unterbodenschutz) oder Dekaphon 9750 (streichbarer Unterbodenschutz und Verfestigung), verwenden, um die Versiegelung des Herstellers zusätzlich zu unterstützen. Diese Mittel bieten zusätzlichen Korrosionsschutz und eine Schalldämpfung. Die Lebensdauer des Fahrzeuges wird verlängert und du musst den Wohnwagen Boden äußerst selten reparieren.
    In unserem Shop findest du passende Mittel für den Unterboden-, Hohlraum- und Korrosionsschutz.

    Entdecke Korrosions- & Unterbodenschutz

    Das Abdichten eines Wohnwagens oder Wohnmobils ist nicht allzu schwierig und kann in gut Eigenleistung erfolgen. Wichtig ist die Reinigung und die korrekte Wahl der Klebe- und Dichtmittel.
    Dein Camping Wagner Team wünscht viel Spaß und Erfolg!